Haben oder Sein: To be or not to be...
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Wie der Name Kluckhuhn entstand

1. Version, eine Phantasiegeschiche? Gemäß meinem Vater aus Unterlagen des Lipp. Landesarchivs, erforscht um 1950 von Lehrer Heinrich Schmidtmeier, Brake.

Mitten in Deutschland zwischen Hannover und Bielefeld liegt das ehemalige Fürstentum Lippe (heute Kreis Lippe). In früheren Jahrhunderten hatte der lippische Fürst seinen Hauptwohnsitz im Renaissance-Schloss im Dorf Brake (heute ein Stadtteil von Lemgo).

Unter seinen Ratgebern fand der Fürst (früher: Graf) einen, der ihn besonders klug beriet. Aus Dankbarkeit schenkte er ihm einen Allodialhof, d. h. der Besitzer brauchte keine Steuern zu zahlen und keinen Kriegsdienst zu leisten. Dieser Hof des Klugen, der „Klughof“, lag östlich von Brake in der Vossheide (Fuchsheide). Noch heute wird die Straße, die vom Dörfchen Wiembeck an der Bauernschaft vorbei zum Dorf Vossheide führt, "Kluckhofer Weg" genannt.

Als in späterer Zeit einmal eine Frau mit vielen Kindern den Hof bewirtschaftete, machte der faule Volksmund aus der Klughof’schen die Kluckhon’sche. Der zuständige Pastor trug den Namen auf hochdeutsch ins Kirchenbuch ein: KLUCKHUHN

Der Name mit seiner Entstehung  ist wohl einzigartig. Lemgo scheint das Nest aller Kluckhühner der Welt zu sein. Nirgends gibt es so viele Menschen mit diesem Namen: Im Lemgoer Telefonbuch stehen über 20 (in 2008). Aber so weit ich weiß müssen heute alle Steuern zahlen.

Je weiter man sich von Lemgo entfernt, desto seltener stößt man auf diesen Namen. Als ich Anfang der 70er in Berlin studierte, gab es dort in den zwei dicken Telefonbüchern keinen mit diesem Namen. Wenn ich an Orten weit außerhalb Lippes meinen Namen sage, erregt er meistens Heiterkeit. Und man erinnert sich später gut an ihn, außer in Bayern, da wurde ich schnell zu „Kluckhuber“.

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2.Version, nach 5 Jahren Forschung jetzt von Ernst Rehm, Voßheide, herausgefunden:

Bereits 1507 soll ein Mann names Kluckhoen den Hof in Voßheide/Kluckhof gekauft haben. Hoen bedeute Hof. Kluck soll sich danach von Klodike, dem Namen eines germanischen Gottes(?) ableiten.

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Dazu der folgende Artikel aus der LZ vom 10.10.2012:

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Link zur Namenshäufigkeit: http://www.verwandt.de/karten/absolut/kluckhuhn.html

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Hinter der Bauernschaft Kluckhof fließt die Passade

Behind the area Kluckhof the Passade is flowing                           

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The origin of the name Kluckhuhn

 First version heard from my father; an investigation of teacher Heinrich Schmidtmeier, Brake, made in the 1950th.

In the middle of Germany between Hannover and Bielefeld the Princedom of Lippe was situated (German: Fürstentum Lippe today Kreis Lippe). In former centuries the Lippisch Prince had his residence in the castle of Brake (today a part of Lemgo).

Among his counselors was a man, who gave him very able/clever (German: klug) advices. To be grateful, the prince donated him a farm (Hof) with preferences: He neither must pay tax nor serve in war-times (Allodialhof). The farm of this clever man (Hof des Klugen or “Klughof”) was situated east of Brake in the fox-heath (Fuchsheide- old German: Vossheide). Even today the street from the village Wiembeck to the village Vossheide passing the great farm is called “Kluckhofer Weg”.

In later times a woman with many children managed the farm. The vernacular called her “Kluckhonsche” instead of “Klughofsche”. The pastor wrote the name in higher German in the church register/cadastre: KLUCKHUHN (Kluck-chicken)

The Name and his origin is unique. Lemgo (ca 30.000 inhabitants) seems to be the nest of all Kluckhuhns in the world. Nowhere you will find so many persons with this name: in the Lemgo telefone book are more than 20 (in 2008). But as I know, today all must pay taxes.

With greater distance from Lemgo the name gets more rare. In the 70th I studied in Berlin, the two big telefone books had no Kluckhuhn inside. When I introduce myself far away from Lemgo/Lippe “my name is Kluckhuhn”, most react cheerful. And later the name is good reminded, except in Bavaria: There I often was called “Kluckhuber”.

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2. version from Ernst Rehm, investigated recently, as you can read in the newspaper-article above:

In 1507 a man named Kluckhoen bought the farm in Voßheide/Kluckhof. Hoen means Hof and Kluck may come from a german God "Klodike". (I never heard this name).

Link for name frequency:  http://www.verwandt.de/karten/absolut/kluckhuhn.html

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Und so sieht es bei Kluckhuhns in Brake auf dem Stucken aus: 

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Das Leben ist ein Fluss

Man weiß nie, was hinter der nächsten Biegung kommt- ein Niagarafall- ein ruhiger See- eine Krokodilsbucht... Was macht's? Es geht immer weiter.

Du wirst aus einem Bauch ins Leben geworfen wie der Quell aus der Mutter Erde. Vorher hatte sich der Wasserdampfgeist materialisiert, in der Erde gesammelt, war gewachsen, tritt nun als ein Born ans Tageslicht: You are born.

Dem jungen Bächlein sieht man die Lebensfreude an: Es quirlt und springt, es hüpft über Steinchen, schlägt Purzelbäume, es glitzert, gurgelt und gluckst. Für seine Größe macht es schon gewaltig Geräusch. Und so rein, unschuldig, offen, durchsichtig, ehrlich. Eine Freude, ihm zuzusehen.

Schon bald hinterlässt das Leben seine Spuren: Der Fluß wird durch Rohre gezwängt, muß Turbinen antreiben und Industriegüter reinigen... Eintrübung und Entkräftung sind die Folge. Aber auch die werden überwunden, wenn er nicht überstrapaziert wird: die Selbstreinigungskraft wirkt.

Und in seiner Obhut wachsen andere Wesen heran.

Je größer und älter er wird, desto bedächtiger scheint es zuzugehen. Bald ist in der Ferne schon die Mündung zu sehen. Und dann geht er auf im Meer. Sein Eigenleben schwindet. Er wird eins mit dem großen Wasser, fügt sich ein in den Kreislauf, der bald von neuem beginnt...

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Am Grunde der Moldau wandern die Steine

Es liegen drei Kaiser begraben in Prag

Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine

Die Nacht hat zwölf Stunden dann kommt schon der Tag

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Es wechseln die Zeiten, die riesigen Pläne

der Mächtigen kommen am Ende zum Halt

Und gehn sie einher auch wie blutige Hähne

es wechseln die Zeiten- da hilft kein Gewalt

Da hilft kein Gewalt

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Am Grunde der Moldau wandern die Steine

Es liegen drei Kaiser begraben in Prag

Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine

Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag

Dann kommt schon der Tag

(nach B.Brecht, Schweijk)

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